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weltauszeichen

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(#) Jon Törklánsson: Der andere nimmt ja nicht die physische Seite wahr, sondern in erster Linie das, was ihm gezeigt wird: Gesten, Kleidung, Worte, Verhalten, Wohnungen, Bücher etc. Erzählungen sind mit Wertungen verknüpft, und vor allem in der Kunst spielt die Bewertung der biographischen Erzählung - der hat ein spannendes Leben, der hat ein langweiliges Leben - eine enorme Rolle, weil nirgendwo sonst der Impetus so groß ist, das Werk auf einen Urheber zurückzuführen. In der Wissenschaft ist das lange nicht so eng miteinander verknüpft. Für den Stellenwert eines philosophischen Buches ist es nicht so entscheidend - wobei auch das nicht sicher ist -, ob der Autor am Morgen Toastbrot mit einer Tasse Milchkaffee zu sich nimmt oder einen doppelten Whiskey. Wobei das Entscheidende ja nicht einmal das ist, ob der Autor Kaffee oder Whiskey zum Frühstück trinkt. Vielmehr geht es um das, was er den anderen erzählt, was er ihnen präsentiert, was er selbst also repräsentiert.

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(#) einer der mit abstand besten zwarwald-momente überhaupt

und wenn im wald ein baum umfällt und ihn niemand dabei sieht, dann fällt er trotzdem um, weil gott ihn sieht

(#) b.d.e. fortsetzung und schluss: eine sehr tröstliche und sympathische art, das gehirn zu denken: das nervensystem ist ein netzwerk aktiver komponenten, in dem jeder wandel der aktivitätsrelationen zwischen den komponenten zu weiterem wandel führt. das operieren des nervensystems besteht darin, einige dieser perturbationen - sowohl infolge ihrer eigenen dynamik als auch infolge der interaktionen des organismus - invariant zu halten (s.180) (das ganze kapitel sehr zentral eigentlich)

sie [i.e. die arbeitsweise des nervensystems, m.f.] ist weder repräsentationistisch noch solipsistisch. sie ist nicht solipsistisch, da das nervensystem als teil des organismus an dessen interaktionen mit seiner umgebung teilnehmt, welche im organismus andauernd strukturelle veränderungen auslöst, die dessen dynamik von zuständen modulieren. darauf beruht [und jetzt kommt's, m.f.], daß uns als beobachtern die verhaltensweise der tiere im allgemeinen als ihren lebensumständen angemessen erscheinen und daß die tiere sich nicht verhalten, als würden sie ihrem eigenen skript unabhängig vom milieu folgen. (s.185) (was mir als beobachter zwar nicht immer so vorkommt, aber bitte)

solche [struktur-]veränderungen [des nervensystems] lassen sich nie lokalisieren oder als etwas verstehen, das jeweils eine entsprechung zu jeder erfahrung bildet. das heißt, sie sind nie von der natur, daß wir etwa die aufzeichnung seines namens an einer bestimmten stelle im kopf eines hundes vorfinden [...] der plastizitätsreichtum des nervensystems ist nicht darin begründet, daß es abbildungen (engramme) von den dingen der welt produziert, sondern in einem kontinuierlichen wandel in einklang mit dem wandel des milieus als resultat der auswirkungen seiner interaktionen bleibt. dem beobachter erscheint dies als adäquates lernen. (s.186) (das lernt man gern)

ob wir es [ein verhalten] also als angeboren oder als erlernt klassifizieren, hängt davon ab, ob wir zu der betreffenden strukturellen geschicht zugang haben oder nicht. (s.188) (ein klassiker)

aus diesem
[aus dem, dass vom kontext der strukturveränderung abhängt, ob ein beobachter kognition unterstellt] blickwinkel kann jede interaktion eines organismus - sein gesamtes beobachtetes verhalten - von einem beobachter als eine kognitive handlung bewertet werden. (s.191) (wie wahr)

einer unserer freunde wurde jeden morgen bei sonnenaufgang durch seine katze geweckt,die auf der klaviertastatur herumspazierte. (s.222) (mit katze/klavier-beispielen kann man mich immer kriegen)

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(#) b.d.e. fortsetzung: jedes lebewesen beginnt seine existenz mit einer einzelligen struktur, ihrem ausgangspunkt. deshalb besteht die ontogenese eines lebewesens in seinem andauernden strukturwandel. dies ist ein prozeß, der zum einen von anfang an bis zur endgültigen auflösung ohne unterbrechung der klassenidentität und der strukturkoppelung mit dem milieu verläuft. zum anderen folgt die ontogenese einem besonderen kurs, der im verlauf der interaktionsgeschichte des lebewesens durch die abfolge der strukturveränderungen selektiert worden ist, die diese interaktionen in ihm ausgelöst haben. (s. 140f)

(das beste dran ja generell diese lakonische poetizität, mit der die immer diese hammerbeschreibungen bescheiden hinlegen, so als wäre nichts)

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(#) b.d.e.-liveblogging so far: lakonie deluxe: in der tat können wir annehmen, daß es unvermeidlich zur bildung von autopoetischen systemen gekommen ist, als in der geschichte der erde die hinreichenden bedingungen gegeben waren. (s.58f)

s.86, anm. d.ü.: driften ist ja voll so das derivè, ey.

s.87: da hat dd das mit dem schleimpilz her

versteht sich zwar von selbst, aber: wir wollen damit darauf hinweisen, daß der wandel, der aus den interaktionen zwischen dem lebewesen und seiner umgebung resultiert, zwar von dem pertubierenden agens hervorgerufen, aber von der struktur des perturbierenden systems determiert wird. das selbe gilt für das milieu, für das das lebewesen eine quelle von perturbation und nicht von instruktion ist. (s.106)

woraus folgt: die ontogenetische strukturveränderung eines lebewesens in seinem milieu wird immer ein strukturelles driften sein, das mit dem driften des milieus in übereinstimmung ist, dieses driften wird einem beobachter im verlauf der geschichte von interaktionen des lebewesens als durch das milieu 'selektiert' erscheinen. (s.113f)

so kann man es auch sagen: ein orang-utan nimmt einer katze eine maus weg, die sie gefangen hat (s.133)

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(#) eben drauf gekommen, dass xkcd doch keine frau ist.

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(#) die etwas gutes seiende akademische schriftenreihe werkstatt populäre musik bringt demnächst ihren ersten band unters elfenbeinturmvolk, den ich nicht nur deshalb bewerbe, weil auch ein beitrag von mir darin enthalten ist. außerdem ruft sie nach papieren für den zweiten band, was auf der oben verlinkten website genauer nachgelesen kann, als ich es hier wiedergeben könnte. was ich sagen will: schickt da doch was hin.

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(#) lindner on mph: Ein normaler Wert, bei mir jedenfalls, scheinen 12 - 20 mph zu sein. Wenn ich, in sehr grober Annäherung, annehme, dass die 16 Stunden eines Tages in 4 dichte, 4 langsame und 8 mittlere Stunden zerfallen, komme ich auf einen Wert von 320 bedeutungsvollen Momenten pro Tag, der mir realistisch erscheint. Das ist viel, aber nicht unabsehbar viel.

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(#) abteilung gemischte freude: nls nachlass und zettelkasten wird (irgendwann) endlich veröffentlicht.

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(#) damien hirst interview (comments!)

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kommentare

zynisch könnte man...
zynisch könnte man sagen: das passt gut, dass...
assotsiationsklimbim - 16. Nov, 13:26
diese aktion scheint...
diese aktion scheint jetzt schule zu machen: siehe...
limevalley (Gast) - 14. Nov, 11:12
Das klingt erfreulich....
Das klingt erfreulich. Hals- und Beinbruch. Verfolge...
mflat (Gast) - 5. Nov, 15:27

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