weltschmerz light und im zitat

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(#) malo on goetz: [Habe ein bisschen Angst vor dem Buch. Als ob man Gefahr liefe, volle Kanne auf einen Hype hereinzufallen. Ist man etwa so was ähnliches wie diese Leute, die sich nach der Sommerpause auf die Harald-Schmidt-Show freuen? Ist Goetz der Harald Schmidt der Literatur für Ex-Personal-Blogger, Vernissage-Gänger und Fleur-de-Sel-Fresser? Beim Abklicken durch "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch ..." leichten Selbstekel verspürt. Fast alles Kulturindustrieartikel, die man selber auch gut fand und findet. Das ist man also: ein vorhersehbarer Amazon-Algorithmus. Nur mit dem Unterschied, dass man im Gegensatz zu den anderen Käufern dieser Artikel noch immer auf Google nachschlagen muss, wie man Algorithmus richtig schreibt.]

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(#) berufswunsch für den bevorstehenden lebensabend: provinzindiediscokneipemitindependenttagdj, im altersstarrsinn so konservativ wie die indiespießerkids und froh, nicht mehr an dieser nullziger und zehner gegenwarts-scheiß"kultur" teilhaben zu müssen, sondern die immer selben held/innen der 90er etc. (fünf minuten darauf ruft m. an, um mich als dj zu buchen)

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(#) dieses gefühl/denken von früher, es/das fühlen/denken könne/müsste/würde nach einer vorlesung / einem text etc. vollkommen alles anders sein, alles hängt mit allem zusammen, alles ist neu/interessant etc.

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(#) mit parka lewis ist nicht mehr allzuviel los.

(via sma)

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(#) fairyfox(1) deluxe: aber, und das wird jetzt viele leser freuen, ich habe mir eine tolle strategie überlegt, mit der sich der pärchenterror abschmettern lassen sollte. es ist nämlich so, dass es im suaheli kein grammatisches geschlecht gibt. stattdessen werden die substantive nach einer völlig undurchschaubaren logik in verschiedene nominalklassen eingeteilt. in zweiten befinden sich zum beispiel pflanzen, die frucht aber findet sich in der fünften neben elefanten. und menschen stehen in der ersten klasse, ihre körper aber wieder woanders.
nach einem derartigen vortrag ist die hälfte der anwesenden gäste sowieso schon längst gegangen. falls dann noch welche da sind, die einen wegen der persönlichen lebenssituation trietzen, kann man gönnerhaft und selbstgefällig auf dieses hinweisen: paariges und unerwünsche personen stehen in der selben nominalklasse.


(bleibt nur noch zu ergänzen, dass ich neulich mal mit der zeile am spielplatz die sicherheit der spielgeräte schon einmal im voraus abwägend lacherfolge erzielen konnte, die, wie heißt es doch so schön, im halse stecken blieben. bald ist wirklich alles beim teufel.)

(1) generell eines der letzten blogs im herkömmlichen sinn, das ich noch so richtig gerne lese

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(#) the carpet, too, is moving under you

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(#) women as lovers beim zweiten ernst gemeinten anlauf für doch recht gelungen befinden

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(#) listen von malo, wiesengrund, bunz, usermitmachlisten von coffeentv

eh, aber

(#)

Karl Fluch

* ADRIAN ORANGE & HER BAND (K-Records/Trost): Irrwitzig groovende Bastardmusik, der Freudenspender des Jahres!
* SHARON JONES & THE DAP KINGS - 100 Days 100 Nights (Soul Seduction) Soul aus 2007, der so tut, als wäre es nie 1967 geworden.
* LCD SOUNDSYSTEM - Sound Of Silver (DFA/EMI) Punk und New Wave paaren sich auf dem Dancefloor.
* THE SHINS - Wincing The Night Away (Sub Pop/Trost) US-Indie-Rock-Wunderkinder von erstaunlicher Beständigkeit.
* BEASTS OF BOURBON - Little Animals (Edel) Harte, grindige Männermusik - Comeback und Konzert des Jahres.
* BELL ETAGE - We Carried The Sunlight Down To The Day (Hoanzl) Österreichische Rockmusik mit unösterreichischem Horizont.
* SOLAL PRESENTS - Moonshine Sessions (Soul Seduction) Cohen Solal (Gotan Project) mit einem pipifeinen Country-Album.
* SOULSAVERS - It's Not How Far You Fall, It's The Way You Land (Edel) Götterstimme Mark Lanegan lädt zur atheistischen Gospelmesse.
* ANDY PALACIO & THE GARIFUNA COLLECTIVE - Wátina (Hoanzl) Verzaubernde Volksmusik aus dem groovy Zwergenstaat Belize.
* MAVIS STAPLE - We'll Never Turn Back (Anti/Edel) Politisch bewegter Soul mit Ry Cooder an der notenfaulen Klampfe.
* AMY WINEHOUSE - Back To Black (Universal) Schnapsflaschen- und Drogen-Soul - g'sund bleiben, alte Weinhütte!


Ronald Pohl

* THE FIERY FURNACES - Widow City (Rough Trade) Die Friedbergers tauchen Abzählverse in lieblichen Kinder-Progrock.
* EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN - Alles wieder offen (Indigo) Blixa "Goethe-Institut" Bargeld öffnet die Enklaven seines Herzens.
* MENOMENA - Friend and Foe (City Slang) Ehe der Pop kollabiert, bitten Nyman-Saxofone zum Synkopentanz!
* THE FALL - Reformation Post Tlc (Sanctuary) Mark E. "Grantscherben" Smith nörgelt um sein verknittertes Leben.
* PJ HARVEY - White Chalk (Island) Aubrey-Beardsley-Bardin beschwört das Verdämmern der Hoffnung.
* BEIRUT - The Flying Club Cup (4 AD) Seliger zerbröselt kein Baguette im Walzertakt des Akkordeons!
* LIARS (Mute) Grüßen unwirsch den 60er-Pop mit Klopfgeräuschen auf Metall.
* EDITORS - An End Has A Start (Rough Trade) Gewinnen das Match um die Ian-Curtis-Gedächtnismedaille.
* THE GOOD, THE BAD & THE QUEEN (EMI) Locken mit Vaudeville in die Ruinen der Multikulti-Gesellschaft.
* MAPS - We Can Create (Mute) Stubenhocker drückt "Shoegazer"-Pop durch die große Klangbrause.
* PETER HAMMILL - Singularity (Rough Trade) Außenseiter reflektiert gekonnt sperrig den Skandal des Todes.

Ljubisa Tosic

* ARCADI VOLODOS - Plays Liszt (SonyBMG) Tastendonnerer demonstriert einmal seine poetische Seite.
* ABBEY LINCOLN - Abbey Sings Abbey (Universal) Die alte Vokal-Dame besucht sich selbst. Schnörkellos und herb.
* JACKY TERRASSON - Mirror (EMI) Delikate Jazz-Momente pianistischer Einsamkeit.
* MSTISLAV ROSTROPOVICH - 80th Birthday Tribute (Deutsche Grammophon) Eine Acht-CDs-Erinnerung an den verstorbenen Meistercellisten.
* ANNETTE DASCH - Armida (SonyBMG) Furiose Vokalkunst und ein auch konzeptuell wertvolles Album.
* WOLFGANG PUSCHNIG - Things Change (Universal) Auf drei CDs ein neuer Beweis für tiefsinnige Vielseitigkeit.
* THOMAS QUASTHOFF - Watch What Happens (Universal) Überraschung: Klassikbariton als Jazz-Crooner. Schmalz mit Würde.
* FRANZ KOGLMANN - Nocturnal Walks (col legno) Haydn im Original plus Third-Stream-Paraphrasen der delikaten Art.
* MARC MURPHY - Love Is What Stays (Universal) Der Melancholiker ist auch hier ein Meister aller Jazzerzählungen.
* IAN BOSTRIDGE - Great Handel (EMI) Mit Intelligenz und Emotion durch die barocke Welt Händels.
* GLENN GOULD - zenph. re-performance (SonyBMG) Irr. Software spielt auf Klavier Goulds 1956-Goldberg-Variationen.


Christian Schachinger

* LCD SOUNDSYSTEM - Sound Of Silver (DFA/EMI) Disco, Rock, Nasenguti, eine Zeitmaschine zurück in die New Wave.
* M.I.A. - Kala (XL/Edel) Globaler Pop als den atemraubender Stilstaubsauger. Zukunft, jetzt!
* KREISKY - Kreisky (Wohnzimmer/Hoanzl) Die Rückkehr der schlechten Laune in den heimischen Rock.
* TOCOTRONIC - Kapitulation (Vertigo Be/Universal) Das bis dato beste Album der Hamburger Diskurs-Rock-Oldies.
* YEASAYER - All Hour Cymbals (We Are Free/Trost) Allerweltspop von New Yorker Weltbürgern. David Byrne now!
* SIGHTINGS - Through The Panama (Load Records/Import) Charmant sinistrer Troglodyten-Rock mit harten Noise-Einschüben.
* PHOSPHORESCENT - Pride (Dead Ocean/Import) Hymnischer US-Folkrock mit Hubert-von-Goisern-Chören. Ja, gell?!
* ANIMAL COLLECTIVE - Strawberry Jam (Domino/Edel) Psychedelik ohne Drogen. Seltsam? Aber so steht es geschrieben.
* VON SÜDENFED - Tromatic Reflexxions (Domino/Edel) Dies ist das Gesetz: Kein Jahr ohne Mark E. Smith!
* BENNI HEMM HEMM - Kajak (Morr/Soul Seduction) Ein isländischer Roy Black entdeckt den windschiefen Soul.
* BURIAL - Untrue (Hyperdub/Trost) Die Welt geht auf dem Dancefloor unter. No-Future-Dubstep.


Philipp L'Heritier

* PANDA BEAR - Person Pitch (Paw Tracks/Import) Abgebremste Beats und Beach-Boys-Harmonien, fulminant geschichtet.
* PANTHA DU PRINCE - This Bliss (Dial/Kompakt) Drei Farben: Schwarz. Schwermütiger Geister-House aus Hamburg.
* ANIMAL COLLECTIVE - Strawberry Jam (Domino/Edel) Nach Reisen durch Kosmos und Krautgärten nun großer, euphorischer Pop.
* ROBERT WYATT - Comicopera (Domino/Edel) Eine gebrochene Stimme, angejazzte Leichtigkeit, Avantgarde mit offenen Armen.
* LCD SOUNDSYSTEM - Sound of Silver (DFA/EMI) James Murphys Discokugel liefert die gültige Zusammenfassung von Pop 2007.
* FENNESZ SAKAMOTO - Cendre (Touch/Soul Seduction) Unterkühlt minimal, durch die Wolken brechen Sonnenstrahlen, wohliger Schauder.
* MATTHEW DEAR - Asa Breed (Ghostly International/Soul Seduction) Ein Techno-Posterboy auf der Suche nach Pop: hier grazil, da zum Tanz auffordernd.
* KATHY DIAMOND - Miss Diamond To You (Permanent Vacation/Soul Seduction) Schräg Diskoides mitsamt knackiger Produktion von Maurice Fulton.
* DEERHOOF - Friend Opportunity (Tomlab/Soul Seduction) Das US-Trio mixt im Farbtopf munter Bubblegum mit zappeligem Krach.
* THOMAS FEHLMANN - Honigpumpe (Kompakt) Lullt ein: Angenehm zähflüssiger Zeitlupen-Dub von der Semilegende.
* THE DIRTY PROJECTORS - Rise Above (Rough Trade) An Sophisto-Pop der Marke Prefab Sprout angelehnte Wundertüte im Lo-Fi-Gewand.


das beste dran: "das beste 2006" ist genau gleich

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(#) "you totally did know that that would happen /because you are a jerk who's too stupid and too greedy and too unmotivated to do anything else but still be the biggest / and still do what other people tell you to do"

(keine einzige platte für den listenwahnsinn07, keine, die so wichtig wäre. musik ist nicht mehr wichtig. buch aber auch keins. filme waren uns nie wichtig)

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falsches leben richtiges bewusstsein
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