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(#) nachberichterstattungscontent: kohlsprossen gekauft, leergut und audiokabel vom literaturhaus geholt, mit nichtmaedchen das gelingen der lesung beschlossen.

am freitag war ich zuerst ja noch übernervös, keine netzverbindung bis fünf minuten, bevor wir anfingen, sound auch erst zehn minuten zuvor geschafft an die anlage anzuschließen, eigentlich völlig unmögliche aufstellung wegen zu kurzem beamer- und netzkabel. dann noch dieses ganz, ganz merkwürdige publikum, alle natürlich schlag acht da, literaturhauspublikum eben, dann kommen unsere folks auch noch, ich husche affig überall herum, ohne dass es was bringt, dann hat k. (sei geküsst dafür) die verbindung doch noch hingekriegt und ich sag zu g. na dann fangen wir an, dann sind zu beginn die mikros noch viel zu leise, keiner sagt was im publikum natürlich, wir sind ja im berieselungsmodus. dann sind die anfangsansprachen vorbei und ich renne noch ungefährt 500 mal vor der leinwand hin und her und dann sitze ich da, noch völlig draußen und höre g. ein mashup meines metaklimbimdings vorlesen, muss immer schmunzeln, wie gut das passt, meine als halbwitz gemeinten cultural-studies-anspielungen, mein als halbwitz gemeinter goetz-verweis völlig ernsthaft in einer fremden stimme. dann fange ich halt an, manchmal lacht wer im publikum, ich komme nicht in das rein, was ich vorgehabt hatte und was beim trockenversuch nachmittags noch ganz gut geklappt hatte, schmeiße dann ein posting in der mitte, komme aber trotzdem ins langweilige die-gute-geschichte-vorlesen-wollen, dann ist das auch schon vorbei, ich gehe zurück, endlich kann ich anfangen, die lesung anzuschauen.

ich finde ja gar nicht wie lotman, dass ich zu viel geredet hätte. so sehr ich seinem gedanken zustimmen kann, dass die schönheit von blogs, wenn sie welche haben, in ihrer stimme liegt und dass die verbindung mit der offline-stimme da meist häßliche interferenzen reinquäkt, so sehr kann ich das doch nur als übergangsphänomen gelten lassen, wie menschen auf ganz alten fotos, so thomas-mann-mäßig, immer scheiße aussehen, oder ganz alte my house my car my wife my dog my kids websites. mittlerweile ist die kollektive kompetenz, eine würdevolle stimme im netz zu entwickeln ja schon allgemeingut. wenn dann in ein paar jahren unsere eltern auch (und gut) bloggen, wird die verbindung von offline- und onlinestimme auch so gewohnt sein und allgemein gekonnt werden, wie jetzt schon jedes myspacemädchen gute fotos von sich machen kann. das sieht man ja auch bei der gerade evolvenden entwicklung einer populären (fiske) youtubeclip-produktionskompetenz. insgesamt wird das ja noch besser, als es jetzt schon ist, eben weil dann eine populäre kultur à la fiske endlich erreicht sein wird, was die möglichkeiten der menschen zumindest ein stückweit vorantreibt und ihnen würde verleiht, wie es lotman ja auch sagt. dass dann die myspaceprofils alle relativ gleich ausschauen, ist ein hippiescheißgegenargument, weil auf der straße auch alle menschen gleich ausschauen und das ist auch gut so. dass hier neoliberale flachbildscheiß-individualität gepflegt würde, kann man dann eben auch genau nicht behaupten (kann man natürlich schon behaupten. überhaupt alles affiger blödsinn (präpotente metaphysik (c) m.). auch der grund, warum ich eigentlich nicht gerne spreche (so dass wer zuhören muss), diese anmaßung die stimme zu erheben (heckmanns, aus dem gedächtnis falsch, also richtig zitiert), das zum sprechen gezwungen sein (barthes). darum mag ich auch unernst so, darum ist das klimbim ja so voller unernst, manierismen, oberfläche etc., weil man eigentlich gar nicht über etwas sprechen kann, man kann nur sprechen (derrida), übertreibung und pathos (kracht), lug und trug ist noch möglich. alles andere ist anmaßung. weblog für erkenntnis, demut und weltrevolution könnte das klimbim auch sinnvoll heißen (demut ja überhaupt. das sollte ich auch noch lernen, demütig zu bleiben, trotz des ignorierens aller zweifel (an der onlinestimme, an der offlinestimme) als arbeitshypothese). und schon das gesagt zu haben, erhebt eine stimme. es ist ein bisschen wie die beste szene aus being john malkovich, wo malkovich sagt ich bin auf der dunklen seite gewesen. ich habe dinge gesehen, die menschen gar nicht sehen dürften (wiederum falsch, also richtig, aus dem gedächtnis zitiert). die selbe szene übrigens, wie sie kracht von blade runner beschreibt in dem interview, das jetzt natürlich nirgends rumliegt und die selbe, wie sie distelmeyer von apocalypse now beschreibt. die szene eben, die erzählt, weswegen man trotzdem spricht, immer, viel zu viel.)

von den lesungen kriege ich dann leider doch viel zu wenig mit, bin immer noch zu sehr im klappt-alles-modus, kann nur oberflächlich zuschauen statt mitdenkend. es war aber alles interessant, die leute klatschen höflich und haben zur diskussion mit moe nichts zu sagen. ich renne dann wieder affig hin und her und trinke dann zu schnell und zu viel, bin einfach nur froh, dass es alles geklappt hat, von der anspannung zuerst aber zu fertig. alle gehen dann viel zu früh, mit allen hätte ich noch am liebsten gleichzeitig geredet, wer weiß schon wann sitzen dann a., n., moe, c. und assotsiationsklimbim im b. ja warn schöner abend ja bis denn dann.

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mauszfabrick - 4. Mai, 12:05
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