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(#) ich habe eva illouz immer nur so, sagen wir einmal, maximal kursorisch gelesen, aber bemerkenswert ist doch christiane rösingers referat ihrer these über den zusammenhang von kapitalismus und liebe, derzufolge "romantische liebe" zwar allen [..] paaren als einzigartiges gefühl gilt, die besonderen augenblicke dieser romantischen liebe [..] bei allen befragten doch auf stereotype weise [entstehen] – durch das aufladen von alltagsgegenständen mit emotionen. die schlussfolgerung: so steuert konsum selbst die handlungen, die uns als antikonsumistisch und subversiv erscheinen. bekannterweise schlägt kapitalismus aber alles mit ähnlichkeit und das wesen der ähnlichkeit ist ja wohl weniger die stereotypie im sinne von vollkommener gleichheit als eben die (pseudo-)unterschiede, von denen bekanntlich jedes kind, das sich für diese unterschiede begeistert, weiß, dass sie im grunde illusionär sind. so richtig kapitalistisch liebt also, wer auch dort noch distinktionskleingeld einwechselt, wo andere ihre massenhaft einzigartige liebe nach den dafür vorgesehenen scripts und frames empfinden und dann z.b. eben den ganzen romantik-schmonzens nicht braucht, also nicht fein essen geht, sondern irgendwelche anderen handlungen durchführt und z.b. in der gewonnenen freizeit kulturindustriell vertriebene texte von adorno oder barthes käuflich erwirbt (und die dementsprechenden lesarten des ganzen polykrams als eigentlich turbokapitalistisch-neoliberale flexibilitäts- und distinktionsmaschine gibt es ja z.b. auch). aus dieser perspektive wäre das stumpfste, kitschigste, immergleichste lieben das subversivste (und wenn lovelocks eines sind, so immerhin erstaunlich luzide was den jüngst z.b. von tocotronic schön herausgestellten doppelcharakter des so genannten goldenen kerkers betrifft. liebe ist ja nun wahrlich nicht harmlos, was alle wissen, die wissen, dass sie im grunde nur dazu da ist, von anderen betätigt und verändert zu kriegen, wer du bist[1]). wie groß die liebeschlösserherstellungs-, entsorgungs- und irgendwiefinden-industrie nun auch tatsächlich ist, meine intiution wäre ja eher, dass die leute in der zeit, in der sie lieben, zumindest nicht noch schlimmeres tun (denn was ja wirklich stereotyp hergestellt und verkauft wird, ist unglücklichsein). und diejenigen, die das ablehnen oder sich unterschiedlich dazu positionieren, verwenden ja doch auch jede menge arbeit darauf, ein adressierbares, kohärentes subjekt mit dementsprechendem äußeren herzustellen, das diese einsprüche tätigen und den entsprechenden gewinn (an lovern, zustimmung, ablehnung, indifferenz oder geld) einstecken kann (da ist es mir persönlich schon lieber in unseren zimmern zu liegen und zu knutschen bis wir müde sind, aber gut, das bin vielleicht nur ich). darüber und über noch weitaus falscheren unsinn ließe sich gewiss noch lange nachdenken, will eins es nicht dabei belassen festzustellen, dass liebe wie alles vom kapitalismus aufs furchtbarste und unausweichlichste entstellt, und in das schrecklichste gegenteil dessn verkehrt ist, was sie ohne knechtschaft sein könnte. wenn dies ist, worum es illouz geht, so spricht auch nichts dagegen, nur ist es halt nur zu wenig für unsereins.

[1] bezeichnenderweise ist meine erste assoziation zu lovelocks auch immer password sharing, also das ausweiten von personae über einzelne subjekte hinaus.

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