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(#) die andere beziehung

die andere beziehung

die laut eigensicht wohl größte stärke ist hier gleichzeitig die größte schwäche, denn objektiv abwägen tuend darauf zu verzichten, der polyamorie ein unkritisches loblied zu singen sich halt irgendwie mit amtlichem intellektualitätsgetöße zurechtzudenken, was ohnehin alle zuvor schon übereinstimmend zutreffend und gut gefunden haben, ist halt erstens unmöglich (es ist halt niemand unvoreingenommen, objektiv, whatever in diesen dingen und überhaupt) und bringt zweitens leider, leider, leider nicht viel. dem buch vorzuwerfen, kein praktischer, position beziehender (1) ratgeber zu sein (und deren theorieschwäche enttäuscht ja auch), ist natürlich trotzdem schmarren, nur haben wir auf der so genannten rein theoretischen ebene mit nl und dessen nachfolgern und barthes (n.b.: durch nichts argumentativ abgesicherte einfach so daherbehauptete behauptung) schon bessere kronzeugen dafür dass und wie love the healing force of the universe etc. (wobei das dilemma dass das wie vage bleiben muss natürlich niemand lösen kann); es bleibt dann der auf so vielen ebenen glänzende titel für mich leider schon fast das beste, vielleicht liegt es auch einfach daran, dass philosophie tatsächlich nur das aneinanderreihen von wahren sätzen ist und nichts weiter, was weiß ich schon. erstaunlich ist schon, wie unsexy sich darüber überhaupt schreiben lässt, aber vielleicht ist auch das eine art schweizer humor, den ich nicht verstehe. und natürlich weiß ich, dass der fehler an mir liegt und rumnörgeln noch nie richtig war, wo eh alles genau so gut wie salzkristallleuchten ist und wahrscheinlich ist es nur meine völlig ungerechte laplanche-allergie, die mir das buch vergrätzt hat.(2) denn in wahrheit kann sich eins während der lektüre eh großartig eigenständige gedanken machen und würde das ohne ja doch nie tun und ich möchte die rezeptionserfahrung nicht missen im wackeligen bus nach galltür zu sitzen und die andere beziehung zu lesen und eine eigene geschichte aus reiner potentialität sammelt und stapelt sich von selbst herum um mich, also ist die lektüre naturgemäß allen zu raten, die darüber nachdenken wollen, wie sie leben wollen. und irgendwann kommen wir schon noch drauf, warum das eigentlich alles nochmal gut, richtig und wichtig war.

(1) interessant ist ja, dass wo implizit doch eine position sichtbar wird, aus der gesprochen wird, das meistens trotz allen "der andere"-blablas doch die des rechtfertigungen fürs eigene verhalten suchens ist (was ja einer der beliebtesten vorwürfe von außen ist: tut's nicht so wichtig ihr priviligierten rich kids, die ihr halt mehr spaß haben wollt als andere) und weniger die des gesellschaftlich darauf schauens oder einfach die subjektposition "im grund ist mir das alles eh längst zu anstrengend, aber ich will halt doch wissen, warum ich es anderen ermöglichen will." aber solche leute schreiben halt nicht solche bücher.

(2) um kathrin passigs bitte, grammar nazi zu werden, endlich nachzukommen: die tippfehler natürlich auch. sich hier bitte einen satz vorstellen mit bausteinen wie "fehlendes lektorat" "daran sieht man es schon" "fehlende sprachliche sorgfalt"
mauszfabrick - 6. Dez, 12:17

(die kleinlichkeit meines herzens zeigt sich übrigens auch darin, dass ich die essays des autoren so lange besser gefunden habe als die der autorin, bis ich darauf gekommen bin, dass der autor ein mann ist. danach umgekehrt. tja.)

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